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Kompetenzwettbewerb offenbart Stärken und Schwächen von Projektmanagern

Prof. Ayelt Komus (FH Koblenz), inhaltlicher Betreuer der ersten deutschen Projektmanagement-Meisterschaft, wertet den von Can Do veranstalteten Wettbewerb aus. Er macht Schwächen im Risikomanagement und bei Randthemen des Projektmanagements, z.B. bei der Kommunikation, aus. Agile Projektmanagement-Methoden und Social Media-Anwendungen sind in der Praxis noch nicht ganz angekommen.

Über 400 Teilnehmer hatten sich für die von Can Do und der Computerwoche veranstaltete Projektmanagement-Championship registriert. Prof. Dr. Ayelt Komus, der an der Fachhochschule Koblenz im Fachbereich Betriebswirtschaft lehrt und die inhaltliche Gestaltung des Wettbewerbs verantwortete, hat nun die Antworten der Teilnehmer ausgewertet. „Meilenstein, Gantt-Diagramm, magisches Dreieck des Projektmanagements scheinen inzwischen Projektmanagement-Klassiker zu sein, bei denen die Quote der richtigen Antworten bei deutlich über 90% lag“, sagt Prof. Dr. Ayelt Komus im Gespräch mit Can Do, Hersteller der Projektmanagement-Software Can Do Project Intelligence. Anders habe es bei Themen wie Risikomanagement oder bei den Inhalten von Projektauftrag und Projekthandbuch ausgesehen. Ebenso haben agile Projektmanagement-Methoden und Social Media-Applikationen „noch nicht den breiten Weg zum Projektmanagement gefunden“, ergab die Auswertung des Experten für Projektmanagement und Business Process Management. Seiner Einschätzung nach gewinnen diese Themen jedoch zunehmend an Bedeutung und werden sich nachhaltig etablieren – eine intensive Auseinandersetzung mit ihnen sei Pflicht.

 

Social Media als Antwort auf steigende Herausforderungen
In den zunehmend anonymen und abstrakten Projektstrukturen können durch Social Media-Anwendungen die persönliche Identifikation, die Integration und das Engagement der Projektmitarbeiter gesteigert werden, beschreibt Prof. Dr. Ayelt Komus die Potenziale von Social Media-Applikationen. Sie könnten helfen, „Kreativität und Wissen in der Organisation zu identifizieren und zu fördern“. Mit Wikis, Blogs, sozialen Netzwerken, elektronischen Prognosemärkten und Listening Tools sei es zudem möglich, in einem dynamischen Projektumfeld sich verändernde Rahmenbedingungen schnell zu erkennen und flexibel darauf zu reagieren, so Komus weiter.

Gutes Projektmanagement ist vollständig, ganzheitlich, angemessen und authentisch
Laut Prof. Dr. Ayelt Komus muss ein gutes Projektmanagement vollständig, ganzheitlich, angemessen und authentisch sein.
Vollständigkeit: Die Methoden des Projektmanagements dürfen nicht in unangemessener Weise nur selektiv genutzt werden. Da die Leistungsfähigkeit eines Projektmanagements nur so stark ist wie sein schwächstes Element, könnten Stärken in der angewandten Methodik Schwächen kaum kompensieren.
Ganzheitlichkeit: Der Blick links und rechts des Weges ist unbedingt notwendig. Kommunikation, Organizational Change Management, Projektmarketing, Schulungen etc. sind oftmals entscheidender als manche ‚harten‘ Ergebnisse.
Angemessenheit: Projektmanagement muss wirtschaftlich, flexibel und agil gestaltet werden.
Authentizität: Passt der Führungsstil zu mir als Projektleiter, zur Organisation, zur Projektaufgabe? Die Beachtung und die glaubwürdige digitale Umsetzung der Persönlichkeit spielt eine immer wichtigere Rolle.

Das vollständige Projektmanagement-Interview finden Sie hier.

Über Prof. Dr. Ayelt Komus
Prof. Dr. Ayelt Komus (www.komus.de) lehrt an der Fachhochschule Koblenz (www.fh-koblenz.de) im Fachbereich Betriebswirtschaft und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den Themen Projektmanagement und Business Process Management. Die unternehmensspezifische Gestaltung von Projektmanagement-Methodiken mit Trainings und Werkzeugen zählt genauso zu seinem Erfahrungsschatz wie die Verantwortung und Planung diverser IT-bezogener und IT-neutraler Großprojekte. Prof. Komus gehört zu den ersten, die Social Media-Ansätze zu einem festen Bestandteil eines modernen Projektmanagements machten.