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Scrum - agiles Projektmanagement

Gastbeitrag von Dr. Roland Ottmann

Was haben Projektmanagement und Rugby-Sport gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht all zu viel. Gibt es im Rugby kleinere Regelverstöße, ein Aus oder unerlaubtes Vorwärtsspielen eines Balles, wird das Spiel standardmäßig mit einer Art "angeordnetem Gedränge", also dem sogenannten „Scrum", neu gestartet. Hier stehen sich die Spieler in einem vorgegebenem System gegenüber und starten dann das Spiel. Im übertragenen Sinn funktioniert agiles Projektmanagement ähnlich – vor allem bei Produkt- und Softwareentwicklung.

Der Grundgedanke: Viele Projekte sind einfach zu komplex und unvorhersehbar, um sie von Beginn an sicher einschätzen zu können. Scrum versucht somit, komplexe Projekte zu vereinfachen und einzelne Teilschritte immer neu zu betrachten und unter Berücksichtigung neuer Voraussetzungen anzupassen.

Die Anforderungen an ein Produkt beispielsweise werden nicht schon zu Beginn des Projekts endgültig festgelegt, sondern immer wieder neu bewertet und bei Bedarf angepasst – wie nach einem Regelverstoß beim Rugby, bei dem alle Spieler wieder gemeinsam vom "Gedränge" aus starten und das Spiel von neuem beginnen.

Besonderes Gewicht wird darauf gelegt, den Kunden oder Anwender von Anfang an mit einzubinden. Auf umfangreiche Dokumentation wird weitgehend verzichtet, der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung des Produktes und seiner Ausgestaltung. Dabei werden feste Zeitabstände festgelegt und dann eisern eingehalten. Durch den dadurch erzielten Rhythmus können sich das Scrum-Team und der Auftraggeber genau darauf einstellen, wann der nächste Entwicklungsschritt erarbeitet ist und das jeweilige Teilergebnis präsentiert wird. Die Abstände werden bewusst sehr kurz gehalten und liegen im Bereich von 2-3 Wochen. Dann findet unter Anwesenheit der Auftraggeber eine Vorführung der bis dahin fertiggestellten Ergebnisse statt. Damit wird der Forderung nach Agilität entsprochen, denn Abweichungen oder Fehler können somit unmittelbar erkannt und in der Folgeperiode korrigiert werden.

Ein weiterer festgelegter Rhythmus betrifft die Arbeit des eigentlichen Entwicklungs- oder Scrum-Teams. Beim täglichen Scrum-Standup (Dauer exakt 15 Minuten) werden der Fortschritt und die Hindernisse bei der Entwicklung oder Programmierung des Vortages sichtbar festgehalten. Hindernisse werden danach zeitnah ausgeräumt, das Team spricht sich ab, was als nächstes angegangen werden kann. Dies ermöglicht eine hohe Transparenz.

Dr. Roland Ottmann (© Schaufuß Film Produktion / Aarti Sörensen)Die Ottmann & Partner GmbH Management Consulting bietet Scrum-Seminare als Vorbereitung auf die Zertifizierungsprüfung zum Scrum Manager (CertScrumMr (IAPM)) an, weitere Informationen finden Sie hier.

Über Dr. Roland Ottmann
Roland Ottmann ist Gründer der Ottmann & Partner GmbH Management Consulting (www.ottmann.de) und gilt als ausgewiesener Experte für Projektmanagement. Er studierte Maschinenbau sowie Betriebswirtschaftslehre (MBA) und promovierte zum Dr. Phil. an der Ecole Supérieure de Commerce – Lille et Paris. Seit 1985 sammelte er praktische Erfahrung im Projektmanagement als Projekt- und Programmleiter, Berater, Trainer (u.a. für das 4 Level Qualifizierungskonzept der IPMA International Project Management Association) und Coach für Projekt- und Programmmanager. 1996 initiierte er den Deutschen Projektmanagement Award und 1998 den International Project Management Award.