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Heldenprinzip: Was Projektmanager von Herakles und Aschenputtel lernen können

Nina Trobisch erläutert im Interview mit Can Do, wie Helden aus Mythen und Märchen als Vorbilder bei Veränderungs- und Innovationsprozessen dienen können

Der Held verlässt die vertraute Welt und betritt unbekanntes Terrain (Grafik: © Kerstin Kais)Das in Mythen und Märchen vermittelte Wissen über Veränderungsprozesse – dort heißen sie Abenteuer – kann Projektmanagern beim Meistern ihrer Projekte eine Hilfe sein. „Denn ob real oder fiktiv, Mann oder Frau, Individuum oder Unternehmen, ein Entwicklungs- und Veränderungsprozess vollzieht sich stets nach einem immer ähnlichen Muster“, sagt Nina Trobisch, Forschungsleiterin des Projekts „Innovationsdramaturgie nach dem Heldenprinzip“ im Gespräch mit dem Lösungsanbieter Can Do. Das den Mythen und Märchen zugrunde liegende Heldenprinzip ist eine Schrittfolge, „die auf individuelle und organisationale Prozesse in der heutigen Arbeitswelt“ übertragen werden kann, führt die Dramaturgin für Veränderungsprozesse weiter aus.

Kreativ-sinnlicher Umgang mit den Dynamiken des Projektalltags
Der Weg der Helden in den Mythen lässt sich in die drei Akte „Aufbruch“, „Abenteuer“, „Rückkehr“ und in elf archetypische Szenen gliedern. „Projektmanager können die Schrittfolge des Heldenweges in Projekten vor ihrem geistigen Auge mitlaufen lassen“, erklärt Nina Trobisch im Interview mit dem Hersteller der Projektmanagement-Software Can Do project intelligence. Dies ermöglicht es dem Projektleiter, sich selbst, sein Projekt oder sein Team aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen und ermutigt ihn zu einem „kreativ-sinnlichen Umgang“ mit den unerwarteten und überraschenden Dynamiken des Projektalltags. Auch Unternehmen können von dem im Heldenweg angelegten archetypischen Grundmuster profitieren, indem sie beispielsweise offen und aktiv mögliche bzw. notwendige Veränderungen angehen. „Es geht um das Erkunden der ureigenen Entwicklungsbedürfnisse der Organisation, die bereits den Keim des Neuen enthalten“, betont sie. 

Nina Trobisch plädiert für ein neues Idealbild von Projekten, das auch die Dynamiken und die Unsicherheiten beinhaltet, die innovativen Projekten eigen sind. Denn Projekte verlaufen eher zirkulär denn linear oder gleichförmig. Außerdem kennzeichnet sie ein „Wechsel von Spannung und Entspannung, mit Höhepunkten und Ruhepunkten“. In diesem Kontext lassen sich Projektverläufe als „immer wiederkehrende Abfolge von Aufbruch, Weigerungen, Überwindung von Hindernissen, Bewältigung von Prüfungen sowie der Rückkehr aus dem Unbekannten, z.B. in einen Unternehmensalltag der Linienorganisation“ beschreiben.

Das vollständige Projektmanagement-Interview mit Nina Trobisch finden Sie hier.

Nina Trobisch, Dramaturgin für VeränderungsprozesseNina Trobisch ist Dramaturgin für Veränderungsprozesse und als systemische Beraterin für die Lumen.Organisationsentwicklung.Inspiration.Coaching GmbH in Unternehmen, Teams und Projekten tätig. Im November 2009 übernahm die diplomierte Theaterwissenschaftlerin und Dramadozentin die Forschungsleitung des Projekts „Innovationsdramaturgie nach dem Heldenprinzip“, das von einem interdisziplinären Team des Zentralinstituts für Weiterbildung (ZIW) an der Universität der Künste Berlin und der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) in enger Zusammenarbeit mit Berliner Unternehmen umgesetzt wird.

In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie dem Europäischen Sozialfonds geförderten Projekt wird ein neuartiges Modell von Innovationsmanagement entwickelt und gemeinsam mit Unternehmen und Führungskräften praktisch erprobt. Das Modell soll Firmen dabei unterstützen, Innovationsprojekte erfolgreich umzusetzen sowie Marktveränderungen und wirtschaftliche Schwankungen zu meistern. Dabei geht es sowohl um die Entwicklung von Unternehmen als auch um die Entwicklung von Führungskräften und Mitarbeitern.